Die Kosmetikbranche entwickelt sich rasant und immer wieder werden neue Wirkstoffe entdeckt und gehypt. Wer heute ins Kosmetikstudio geht und dort Geld ausgibt, erwartet die wirksamsten Behandlungsmethoden und die hochwertigsten Produkte. Entsprechend ist Wirkstoffwissen heute für Kosmetikerinnen wichtiger denn je, um sich auf dem Kosmetikmarkt zu behaupten. Doch was sind Wirkstoffe genau? Welche sind besonders wichtig? Und wie können Kosmetikerinnen ihr Wirkstoffwissen am besten vertiefen?
Was sind Wirkstoffe und warum sind sie heutzutage so wichtig?
Wirkstoffe dürfen nicht mit Inhaltstoffen verwechselt werden:
- Inhaltsstoffe umfassen alle Bestandteile eines Kosmetikprodukts. Dazu zählen auch Trägerstoffe, Konservierungsmittel, Duftstoffe oder Farbstoffe.
- Wirkstoffe sind eine Untergruppe der Inhaltsstoffe. Sie erfüllen eine gezielte Funktion in einem Kosmetikprodukt, zum Beispiel Feuchtigkeit spenden oder Falten glätten.
Es hängt also nur von den Wirkstoffen ab, wie effektiv ein Produkt letztendlich wirken kann – und wie zufrieden Deine Kundinnen mit Deiner Behandlung sein werden. Gewusst wie, unterstützen bestimmte Wirkstoffe die Haut bei der Regeneration und Beruhigung, andere stärken ihre Schutzbarriere, straffen sie mit Sofort-Effekt bzw. nachhaltig oder werden gezielt gegen Falten, Trockenheit oder Unreinheiten ausgespielt.
Wirkstoffe können sichtbar und spürbar viel bewirken. Das gilt aber sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Falsch gewählt oder falsch kombiniert, können sie die Haut reizen, austrocknen oder bestehende Hautprobleme sogar verschlimmern. Wer hier ohne Wissen handelt, riskiert Hautschäden statt Hautverbesserung – und schadet schnell dem eigenen Ruf.
Zudem spüren Kundinnen, ob eine Kosmetikerin wirklich weiß, was sie tut. Wenn Du genau erklären kannst, welche Wirkstoffe Du einsetzt, wie sie wirken und warum sie für diesen Hauttyp oder -zustand geeignet sind, schafft das Vertrauen. Wenn dann auch noch Erfolge zu sehen und zu fühlen sind, hast Du schnell eine Stammkundin dazugewonnen.
Die wichtigsten Wirkstoffgruppen auf einen Blick
Retinol, auch bekannt als Vitamin A, ist der Klassiker unter den Wirkstoffen. Es soll die Zellerneuerung anregen, feine Linien reduzieren und die Poren verfeinern. Seine Wirkung gilt als besonders stark, aber es ist nicht für jede Haut geeignet. Besonders empfindliche Haut kann auf Retinol äußerst gereizt reagieren. Deshalb ist ein vorsichtiger Einstieg mit niedriger Dosierung wichtig, was von Kosmetikerinnen auch so kommuniziert werden sollte.
Peptide stehen für Zellkommunikation. Sie geben der Haut das Signal, sich selbst zu regenerieren, neues Kollagen zu bilden und sich zu straffen. Besonders in der Anti-Aging-Kosmetik werden Peptide gerne verwendet, weil sie die Hautstruktur sichtbar verbessern, ohne die Haut zu reizen. Peptide gelten zwar für fast alle Hauttypen als geeignet, bei sehr junger Haut oder entzündlichen Hautzuständen dürfen sie aber nur gezielt eingesetzt werden.
Vitamin C ist ein starkes Antioxidans. Es schützt die haut vor freien Radikalen, hellt Pigmentflecken deutlich auf und verleiht der Haut einen schönen Glow. Damit es seine Wirkung voll entfalten kann, muss es jedoch in stabiler Form im Produkt. Bei sehr empfindliche oder zu Rötungen neigenden Haut kann Vitamin C aber nach Formulierung reizend wirken und sollte lieber weggelassen werden.
Hyaluronsäure ist stark darin, Feuchtigkeit zu binden. Ihre Wirksamkeit hängt aber von der gewählten Molekülgröße: Hochmolekulare Hyaluronsäure polstert sofort auf, bleibt aber obenauf, niedermolekulare dringt tiefer ein und hydratisiert die Haut längerfristig. Beides ist wichtig, um bei den Kundinnen zu punkten. Eine Kombination sorgt für Sofort- und Langzeiteffekt. Hyaluronsäure ist für alle Hauttypen geeignet, kann aber bei sehr trockener Haut ohne okklusive Pflegeschicht schnell verdunsten und die Haut zusätzlich austrocknen.
Niacinamid, auch Vitamin B3 genannt, gilt als Allround-Talent. Es stärkt die Hautbarriere, beruhigt Rötungen, verfeinert Poren und gleicht den Hautton aus. Der Wirkstoff ist sehr gut verträglich und lässt sich problemlos mit anderen Wirkstoffen kombiniere. Allerdings kann Niacinamid in hoher Konzentration bei sehr sensibler Haut vorübergehend Rötungen oder ein Hitzegefühl auslösen. So wird es bei Rosazea oft nicht gut vertragen.
Fruchtsäuren wie AHAs (z. B. Glycolsäure) und BHAs (z. B. Salicylsäure) wirken als sanftes chemisches Peeling, um die Hauterneuerung zu fördern, für einen natürlichen Glow zu sorgen und gegen Akne zu helfen. Eine zu hohe Konzentration oder falsche Kombinationen können die Haut jedoch stark reizen und empfindlicher gegenüber Sonnenlicht machen.
Die vorangegangenen Ausführungen zeigen, dass nicht jeder hochpotente Wirkstoff auch für jeden Hauttyp gleichermaßen geeignet ist. Wer sich als Kosmetikerin nicht bis ins Detail mit den Wirkstoffen und ihrer Handhabung auskennt, läuft Gefahr, Kundinnen falsch zu behandeln. Das sorgt nicht nur für ausbleibende Effekte, sondern schlimmstenfalls für schlechtere Hautzustände als vor der Behandlung.
So kannst Du Dein Wirkstoffwissen vertiefen
Wie oben gezeigt, ist fundiertes Wirkstoffwissen essenziell, um als Kosmetikerin Deine Kundinnen erfolgreich zu behandeln. Deshalb haben wir bei der NINON Kosmetik Akademie zwei Spezialausbildungen geschaffen, die Kosmetikerinnen vertieft ins Thema Wirkstoffkunde einführen:
- Bei der Ausbildung zur Dermologin© erhältst Du exklusives Expertenwissen in Sachen Haut und medizinische Kosmetik. Eine gezielte Wirkstoffkunde für problematische Hautzustände wie Rosazea, Couperose, Akne oder Hyperpigmentierung ist neben gezielten apparativen Behandlungsmethoden ein wichtiger Teil dieser umfassenden Zusatzausbildung, welche die Lücke zwischen Kosmetikerin und Dermatologin schließt. Fragen wie „Kann man Retinol bei Rosazea verwenden?“ werden Dich dann nicht mehr aus der Bahn werfen.
- Bei der Ausbildung zur Anti Aging Expertin steht neben Behandlungsmethoden wie (Biologisches) Microneedling, Nadelloses Fadenlifting und Plasma Pen auch eine spezielle Anti Aging Wirkstoffkunde auf dem Plan, sodass Alterserscheinungen gezielt gemildert werden und die Haut sichtbar verjüngt aussieht. Auf die oft gestellte Frage „Welche Wirkstoffe helfen wirklich gegen Falten?“ kannst Du dann eine kompetente und ganz individuelle Antwort geben.
Fazit
Ohne Wirkstoffwissen ist kein professionelles Arbeiten in der modernen Kosmetik möglich. Nur wer genau versteht, wie Peptide, Retinol & Co. (zusammen-)wirken, kann die eigenen Kundinnen gezielt beraten und behandeln. So zahlt sich eine Ausbildung zur Dermologin© oder Anti Aging Expertin immer aus – für Deine Kundinnen und Deinen Erfolg als Kosmetikerin zugleich.