


KIBeide Verfahren machen im Grunde dasselbe: Sie erzeugen Wärme im Gewebe, und die Haut antwortet mit neuem Kollagen. Der Unterschied liegt im Weg dorthin. Radiofrequenz erwärmt flächig über elektrische Ströme, Ultraschall arbeitet mit mechanischen Schwingungen, die je nach Frequenz oberflächlich massieren oder punktgenau in der Tiefe Hitze setzen. Welches Gerät besser ist? Falsche Frage. Die richtige lautet: Welches passt zu Deiner Kundin, zu Deinem Studio – und was darfst Du in Deutschland überhaupt damit machen?
Wer die Physik einmal verstanden hat, berät plötzlich ganz anders. Versprochen.
Bei der Radiofrequenz fließt hochfrequenter Wechselstrom durch das Gewebe. Der Widerstand der Haut wandelt diese Energie in Wärme um – nicht an einem Punkt, sondern in einem ganzen Volumen zwischen den Elektroden. Im Studio begegnen Dir vor allem drei Bauformen:
Das Ziel: Das Bindegewebe wird auf eine Temperatur gebracht, bei der sich Kollagenfasern zusammenziehen und die Haut in den folgenden Wochen neues Kollagen bildet. Eine Übersichtsarbeit zu Hautstraffungs-Technologien beschreibt genau das für beide Verfahren: Nicht-ablative Radiofrequenz und Ultraschall lösen eine wärmebedingte Gewebereaktion aus, die zum Kollagenumbau führt.
Ultraschall ist Schall jenseits des Hörbaren, also mechanische Druckwellen. Und hier wird es spannend, denn “Ultraschall” ist im Kosmetikalltag ein Sammelbegriff für sehr verschiedene Dinge:
Ein Detail, das im Fachgespräch oft untergeht: Bei der Phonophorese, also dem Einschleusen von Wirkstoffen per Ultraschall, ist 3 MHz nicht einfach die “sanftere” Einstellung. Du brauchst damit mehr Behandlungszeit als bei 1 MHz, um eine vergleichbare Wirkstoffaufnahme zu erreichen. Wer das ignoriert und nach Gefühl abschaltet, wundert sich später über mittelmäßige Ergebnisse.
| Kriterium | Radiofrequenz | Ultraschall (kosmetisch) | Fokussierter Ultraschall (HIFU/MFU) |
|---|---|---|---|
| Energieform | Elektrischer Wechselstrom | Mechanische Schwingung | Gebündelte mechanische Schwingung |
| Wärmeverteilung | Volumetrisch, flächig | Gering bis moderat, eher Mikromassage | Punktuell, sehr hohe Temperatur im Fokus |
| Typische Einsätze | Straffung Gesicht/Körper, Cellulite, Konturen | Wirkstoffeinschleusung, Pflege, sanfte Straffung | Lifting tieferer Gewebeschichten |
| Gefühl für die Kundin | Warm, meist angenehm | Kaum spürbar bis leicht warm | Kann deutlich unangenehm sein |
| Anzahl Sitzungen | Meist eine Serie | Meist eine Serie | Oft eine Einzelbehandlung |
| Wer darf in Deutschland? | Kosmetikerin mit NiSV-Fachkunde | Kosmetikerin mit NiSV-Fachkunde | Nur Ärztinnen und Ärzte |
Die letzte Zeile ist die, die in vielen Ratgebern fehlt. Und genau sie entscheidet, welcher Vergleich für Dich als Kosmetikerin überhaupt relevant ist.
Die gute Nachricht zuerst: Beide Verfahren wirken. In einer randomisierten Split-Face-Studie wurde jeweils eine Gesichtshälfte mit monopolarer Radiofrequenz und die andere mit mikrofokussiertem Ultraschall behandelt. Beide Seiten verbesserten sich bei Straffung und Lifting von Gesicht und oberem Hals, ein klinisch signifikanter Unterschied zwischen den Methoden zeigte sich nicht.
Für den fokussierten Ultraschall allein kam ein systematisches Review von 2023 auf eine Verbesserung der Hautschlaffheit bei rund 92 % der Behandelten nach 90 Tagen, mit Effekten, die bis zu einem Jahr anhielten.
Und jetzt die ehrliche Einordnung: Diese Daten beziehen sich überwiegend auf ärztliche Geräte mit hoher Energie. Das Tischgerät mit 1 MHz in Deinem Behandlungsraum ist etwas anderes. Wer seiner Kundin mit Studienzahlen aus der Arztpraxis ein Wunder verspricht, verspricht zu viel. Ich finde, das muss man so deutlich sagen.
Drei typische Situationen, wie sie jede Woche im Studio vorkommen:
Die 48-jährige Kundin mit erschlaffter Kinnlinie. Sie möchte “etwas straffer” aussehen, ohne Spritze. Hier ist Radiofrequenz in einer Serie das Werkzeug der Wahl. Die flächige Erwärmung erreicht die Dermis, die Behandlung ist angenehm, und Du kannst den Verlauf über Wochen begleiten. Erwartungsmanagement inklusive: kein Facelift, sondern ein festeres Hautbild.
Die 32-jährige Kundin mit fahler, dehydrierter Haut. Straffung ist noch kein Thema, sie will Glow. Ultraschall mit 3 MHz oder ein hochfrequentes Mikromassage-System, kombiniert mit einem passenden Wirkstoffkonzentrat, ist hier sinnvoller. Wärme in der Tiefe braucht diese Haut nicht.
Die Kundin mit Cellulite an den Oberschenkeln. Hier lohnt der Blick aufs Stadium. Bei ausgeprägteren Befunden arbeiten viele Kolleginnen mit multipolarer Radiofrequenz, bei Ultraschall wäre 1 MHz die Frequenz für die Tiefe. Wichtig: Fettgewebereduktion ist keine kosmetische Leistung (dazu gleich mehr) – Du arbeitest am Hautbild, nicht am Fett.

Und wenn die Kundin ein deutliches Lifting erwartet, wie sie es aus Social Media kennt? Dann ist ehrliche Beratung gefragt. Manchmal heißt die beste Empfehlung: Termin bei einer Dermatologin oder einem Facharzt für Plastische Chirurgie. Das kostet Dich einen Termin, bringt Dir aber eine Kundin, die Dir vertraut.
Viele Geräte vereinen heute Radiofrequenz und Ultraschall in einem Handstück oder einer Station. In der Praxis ergänzen sich die Verfahren gut: Ultraschall bereitet die Haut vor, verbessert die Durchlässigkeit für Wirkstoffe und sorgt für eine angenehme Grundbehandlung, die Radiofrequenz übernimmt die Straffung.
Ein Haken, den Gerätevertreter selten erwähnen: Ein Kombigerät heißt meist auch doppelte Fachkunde. Für jede Technologie brauchst Du das passende NiSV-Modul. Klingt bürokratisch, ist aber logisch – Du bedienst ja auch zwei physikalisch verschiedene Energieformen.
Bevor Du unterschreibst, stell dem Anbieter ein paar unbequeme Fragen. Welche Frequenzen und Leistungen hat das Gerät genau, und sind sie einstellbar? Welche Technologien stecken drin, und welche NiSV-Module brauchst Du dafür? Gibt es eine deutschsprachige Gebrauchsanweisung mit Kontraindikationen? Und wer schult Dich am Gerät selbst – nicht nur in der Theorie? Ein seriöser Anbieter beantwortet das ohne Ausweichen. Wenn nicht: Finger weg, egal wie gut das Messeangebot klingt.
Die Ausschlusskriterien ähneln sich bei beiden Verfahren, und Gerätehersteller führen sie in ihren Indikationslisten. Typisch sind:
Maßgeblich ist immer die Gebrauchsanweisung Deines Geräts. Und wenn eine Kundin im Anamnesebogen etwas angibt, bei dem Du unsicher bist – eine frische Operation, eine Blutverdünnung, eine Autoimmunerkrankung –, dann behandelst Du erst nach Rücksprache mit ihrer Hausärztin oder ihrem behandelnden Arzt. Kein Umsatz ist das Risiko wert.
Seit dem 31. Dezember 2020 regelt die NiSV den Einsatz solcher Geräte, 2023 wurde sie novelliert, wie das Bundesumweltministerium in seinen FAQ erklärt. Ultraschall- und Hochfrequenzgeräte fallen beide darunter.
Was das konkret für Dich heißt:
Wie die Module aufeinander aufbauen, haben wir in unserem Beitrag zu den NiSV-Fachkunde-Modulen ausführlich aufgeschlüsselt. Und wer speziell mit Radiofrequenz starten will, findet alles zur Radiofrequenz-Fachkunde nach NiSV gebündelt.
Auf Kundenseite schwanken die Preise enorm. Eine Übersicht zu Ablauf und Kosten einer ärztlichen Ultraschall-Straffung nennt für das Gesicht oft 800 bis 2.000 € pro Sitzung. Das ist die ärztliche Liga mit entsprechend teuren Systemen. Dieselbe Übersicht nennt für fokussierten Ultraschall Wirktiefen von 1,5 bis 4,5 mm bis in die SMAS-Schicht und 60 bis 90 Minuten pro Behandlung. Kosmetische Radiofrequenz- oder Ultraschallbehandlungen im Studio werden in der Regel als Kur mit mehreren Terminen angeboten, die Einzelpreise liegen deutlich darunter. Kalkulier ehrlich: Gerätekosten, Verbrauchsmaterial, Zeit pro Termin, Fachkunde.
Auf Studioseite fällt die Fachkunde einmal an. Bei uns kosten die NiSV-Module:
| Modul | Preis |
|---|---|
| Grundlagen der Haut | 1.200 € |
| Ultraschall | 990 € |
| EMF (Radiofrequenz) | 990 € |
| EMF (Stimulation) | 850 € |
Du willst beide Verfahren anbieten? Dann brauchst Du Grundlagen der Haut einmal und kombinierst Ultraschall und EMF (Radiofrequenz). Die Module lassen sich einzeln oder kombiniert buchen.
Wir bekommen die Frage “Ultraschall oder Radiofrequenz?” fast in jedem Beratungsgespräch. Unsere Antwort ist selten ein klares Entweder-oder.

Wer neu in die apparative Kosmetik einsteigt und vor allem straffen möchte, fährt mit Radiofrequenz meist besser. Das Spektrum ist breiter, die Kundinnen spüren die Wärme, und Ergebnisse lassen sich über eine Serie gut aufbauen. Ultraschall ist kein Verfahren zweiter Klasse – im Gegenteil. Für Wirkstoffbehandlungen, empfindliche Haut und als Vorbereitung in Kombination ist er oft das klügere Werkzeug. Was uns stört: Geräte werden gekauft, weil der Vertreter überzeugend war, und erst danach fragt jemand nach der Fachkunde. Andersherum wird ein Schuh draus.
Noch ein Punkt, den wir in unseren Schulungen immer wieder betonen: Dokumentation. In der Forschung wird der Behandlungserfolg teils mit hochfrequentem Ultraschall als Bildgebung gemessen, etwa bei einer Studie zu tripolarer Radiofrequenz gegen Cellulite. Dermatologen nutzen sehr hochfrequenten Ultraschall zur Beurteilung der Haut. So ein Gerät hast Du vermutlich nicht. Standardisierte Fotos bei gleichem Licht, gleicher Position und gleichem Abstand – das schaffst Du aber. Und genau das verhindert, dass eine Kundin nach der dritten Sitzung sagt, sie sehe “gar nichts”.
— Selin Arowolo
Bei der NINON Kosmetik Akademie in Berlin sind wir offiziell zugelassener NiSV-Schulungsanbieter, AZAV-zertifiziert und TÜV-zertifiziert. Viele Kurse laufen hybrid: Die Theorie lernst Du online, die Praxis am Gerät bei uns in Präsenz. Weil wir AZAV-zertifiziert sind, kann eine Förderung, zum Beispiel über einen Bildungsgutschein, möglich sein, und wir unterstützen Dich bei der Antragstellung. Alle Module mit Terminen findest Du bei unseren NiSV-Schulungen für Ultraschall und Radiofrequenz. Wie die Finanzierung funktionieren kann, steht auf unserer Seite zur Förderung Deiner Weiterbildung.
Du startest gerade erst in der Kosmetik? Dann schau Dir die Ausbildung Fachkosmetik Intensiv + NiSV für 5.490 € in unserem Kosmetik-Ausbildungsangebot an – Fachkosmetik und NiSV-Fachkunde in einem Weg.
Im direkten Vergleich ärztlicher Geräte schnitten beide Verfahren ähnlich gut ab. Im kosmetischen Studio ist Radiofrequenz für die Straffung meist die vielseitigere Wahl, weil fokussierter Ultraschall in Deutschland Ärztinnen und Ärzten vorbehalten ist. Ultraschall punktet bei Wirkstoffeinschleusung und sanfter Pflege.
Nein, nicht in Deutschland. Hochintensiver fokussierter Ultraschall fällt unter den Arztvorbehalt der NiSV. Kosmetischer Ultraschall ohne Fokussierung ist mit der passenden Fachkunde möglich.
Für ein Gerät mit Ultraschall und Radiofrequenz brauchst Du das Modul Grundlagen der Haut sowie die Module Ultraschall und elektromagnetische Felder. Die Grundlagen absolvierst Du nur einmal, auch wenn Du mehrere Technologien nutzt.
Kosmetische Radiofrequenz wird in der Regel als Serie mit mehreren Terminen im Abstand von einigen Wochen angeboten. Die genaue Anzahl hängt vom Hautzustand, vom Gerät und vom Behandlungsziel ab. Halte den Verlauf mit standardisierten Fotos fest, damit Deine Kundin die Veränderung sieht.

Joachim-Friedrich-Str. 52
10711 Berlin
Anfahrt

Melde dich jetzt zu unserem Newsletter an und erhalte das kostenlose E-Book in einer der ersten E-Mails!

Melde dich jetzt zu unserem Newsletter an und erhalte das kostenlose E-Book in einer der ersten E-Mails!
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von Turnstile laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Mapbox. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von OpenStreetMap. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen