


KIGraue Brauen, orangefarbene Härchen, Lippen mit einem Stich ins Violette: Früher oder später sitzt so eine Kundin vor Dir. Eine Ausbildung in PMU-Farbkorrektur bringt Dir bei, solche Ergebnisse gezielt zu analysieren und mit komplementären Pigmenten zu neutralisieren. Du lernst auch, wann Du die Finger davon lässt. Die Nadel ist dabei der kleinere Teil. Entscheidend sind Farbenlehre, Hautverständnis und ein ehrliches Beratungsgespräch. Hier steht, was Du wirklich können musst, welche Techniken es gibt, wo die rechtlichen Grenzen liegen und wie Du einen Kurs findest, der Dich weiterbringt.
Farbkorrektur heißt: Du bringst ein Ergebnis, das farblich gekippt ist, wieder in Balance. Meistens geht es um alte, verblasste oder verfärbte Pigmentierungen, oft von einer anderen Studiokollegin, manchmal auch um eigene Arbeiten von vor Jahren. Die klassischen Fälle kennt jede, die länger im Geschäft ist:
Nicht jede Unzufriedenheit ist ein Fall für die Farbkorrektur. Ist die Farbe nur blasser geworden und der Ton stimmt noch, reicht oft eine normale Auffrischung. Gefällt der Kundin die Form nicht mehr, hilft Dir kein Korrekturpigment der Welt. Und ist die Haut vernarbt oder das alte Pigment extrem gesättigt, ist eine Korrektur meist nicht die richtige Wahl.
Diesen Teil überspringen viele Kurse, dabei verstehst Du ohne ihn keine Korrektur. Ein Braunton ist fast nie ein reines Braun. Er ist eine Mischung, meist aus warmen Eisenoxiden (Gelb, Rot) und einem kühlen, dunklen Anteil. Diese Bestandteile bauen sich in der Haut unterschiedlich schnell ab.
Daraus folgt:
Dazu kommt ein optischer Effekt, den ich jeder Schülerin einmal am Modell zeige, weil man es sonst nicht glaubt. Dunkles Pigment, das zu tief oder zu dicht sitzt, wirkt durch die darüberliegenden Hautschichten bläulich. Die Haut streut das kurzwellige Licht stärker. Das Pigment ist also nicht unbedingt blau, es wirkt nur so. Und genau deshalb kann ein bloßes „Drüberarbeiten“ mit Braun schiefgehen: Du legst eine weitere dunkle Schicht auf ein Problem, das durch Tiefe und Dichte entstanden ist.
Die Haut der Kundin rechnest Du immer mit ein: Unterton, Hauttyp, Durchblutung, bei Lippen die Eigenfarbe. Ein Pigment, das auf heller, rosiger Haut perfekt heilt, kann auf olivfarbener Haut ganz anders aussehen.
In der Praxis unterscheiden sich die Techniken vor allem nach dem Ziel. Willst Du einen Stich neutralisieren, eine Farbe anpassen oder ein verblasstes Ergebnis auffrischen?
Das ist der Kern der Farbkorrektur. Du nimmst die Farbe, die im Farbkreis gegenüberliegt, und hebst damit den Stich auf. Die grobe Logik:
| Unerwünschter Farbstich | Typische Zone | Korrigierende Richtung |
|---|---|---|
| Grau, Graublau | Augenbrauen, Lidstrich | Orange, warmes Gelb-Orange |
| Orange, Rot | Augenbrauen | Olive, Grün-Braun |
| Violett, Bläulich | Lippen | Gelb-Orange, warme Korallentöne |
| Zu kühles Pink | Lippen | Warme Nuancen mit Gelbanteil |
Klingt einfach, oder? Ist es nicht. Die Tabelle zeigt nur die Richtung, nicht die Dosis. Ein Korrektor, der zu kräftig gesetzt wird, erzeugt den nächsten Farbstich. Aus Grau wird dann eben Kupfer. Gute Artists korrigieren deshalb lieber in zwei vorsichtigen Sitzungen als in einer mutigen.
Hier arbeitest Du nicht nur mit einem reinen Korrektor. Du mischst die korrigierende Nuance direkt in den Zielton, also etwa ein Braun mit erhöhtem Orangeanteil für eine graustichige Braue. Das braucht Erfahrung mit Deiner Pigmentlinie. Du musst wissen, wie sich genau diese Farben in der Haut verhalten, und nicht nur, was auf dem Fläschchen steht.

Ist die Farbe im Ton noch stimmig und nur blasser geworden, reicht oft eine Auffrischung im passenden Ton. Das ist die harmloseste Variante, und trotzdem wird sie häufig falsch eingeschätzt. Vorher beurteilst Du die Restpigmente und die Hautstruktur. Die Frage „Ist das nur blass oder schon gekippt?“ entscheidet über die ganze Behandlung.
Bei sehr dichten, dunklen oder großflächig falschen Arbeiten führt kein Weg an der Entfernung vorbei. Erst danach wird neu pigmentiert. Das ist keine Niederlage, das ist Handwerk.
Die wichtigste Entscheidung fällst Du vor dem ersten Stich. Bewährt hat sich eine einfache Prüfung, die Du in jeder Beratung durchgehst:
Analysiere vorher Pigmenttiefe, Sättigung und die dominierenden Farbanteile. Wer einfach überpigmentiert, riskiert Mischfarben, die niemand vorhersagen kann.
Und wenn entfernt werden muss, kennst Du die Grenzen. Laser und IPL zur Entfernung von Tätowierungen und Permanent Make-up dürfen nach der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung (NiSV) nur approbierte Ärztinnen und Ärzte mit entsprechender Fachkunde anwenden. Für Kosmetikerinnen ist dieser Weg also zu. Was das konkret für Deinen Alltag heißt, haben wir im Beitrag Tattoos entfernen als Kosmetikerin zusammengefasst.
Ein Freifahrtschein ist Entfernung auch sonst nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass Tattoo-Entfernungen Narben und Hautveränderungen verursachen und Gefahrstoffe freisetzen können. Beim Laser können sich zudem toxische Spaltprodukte bilden. Das BfR empfiehlt medizinisch anerkannte Verfahren durch qualifizierte Ärztinnen oder Ärzte und eine umfassende Aufklärung. Für Dich heißt das: Schick Kundinnen mit großflächigen, dunklen oder auffälligen Altlasten lieber zur Hautärztin, statt es selbst zu probieren.
Von außen sehen viele Kursbeschreibungen gleich aus. Den Unterschied merkst Du erst, wenn die erste schwierige Kundin vor Dir sitzt. Darauf solltest Du bestehen:
Mein Tipp beim Vergleichen: Frag den Anbieter, wie viele Korrekturfälle Du im Kurs selbst behandelst und ob es eine Nachbetreuung gibt, wenn Du später mit Fotos von einem kniffligen Fall kommst. Die Antwort sagt mehr als jede Hochglanzbroschüre.
Korrektur ist Aufbauwissen, ganz klar. Ohne sichere Grundtechnik wird es teuer, für Dich und für Deine Kundin. Sinnvoll sind:
Farbkorrektur steckt in vielen PMU-Ausbildungen als eigenes Modul, oder sie wird als kompakter Aufbaukurs von ein bis zwei Tagen angeboten. Eine echte Spezialisierung entsteht danach, mit den ersten eigenen Fällen und dem Austausch mit erfahrenen Trainerinnen.
Rechne bei den Kosten mit mehr als nur der Kursgebühr:
Frag bei der Förderung nach. Als AZAV-zertifizierter Bildungsträger können wir für geeignete Kurse zum Beispiel eine Förderung über einen Bildungsgutschein prüfen, und wir unterstützen Dich beim Antrag. Ob das in Deinem Fall klappt, entscheidet die zuständige Stelle, also die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.
Und was verdienst Du später damit? Korrekturen sind anspruchsvoller als Neupigmentierungen und werden entsprechend kalkuliert. Wie sich Einkommen in der Branche insgesamt zusammensetzt, liest Du in unserem Beitrag Verdienst als Kosmetikerin.
Für PMU gibt es keine eigene staatliche Berufsausbildung. Das heißt aber nicht, dass es keine Regeln gibt. Du meldest ein Gewerbe an, hältst die Hygienevorgaben Deines Bundeslandes ein und musst mit Kontrollen durch das Gesundheitsamt rechnen. Frag dort am besten direkt nach, was für Deinen Standort gilt, bevor Du eröffnest.
Für die Farbkorrektur selbst haben sich ein paar Punkte bewährt:
Auch für apparative Verfahren, die manche Kundinnen vorher schon hatten, sollte Dir die Rechtslage geläufig sein. Die NiSV verlangt für bestimmte Anlagen eine nachgewiesene Fachkunde. Einen schnellen Überblick gibt unser Guide Was ist NiSV?.
Ich sag’s, wie es ist: Die meisten verunglückten Korrekturen, die ich in drei Jahrzehnten Familienbetrieb gesehen habe, sind nicht an der Technik gescheitert. Sie sind an der Entscheidung davor gescheitert. Jemand wollte helfen und hat auf eine graublaue, viel zu dichte Braue noch einmal Braun gesetzt, weil die Kundin geweint hat. Das Ergebnis war schlimmer als vorher.
Deshalb halten wir wenig von Kursen, die Farbkorrektur als Trick verkaufen: Gegenfarbe drauf, fertig. Wir sehen das anders. Korrektur beginnt mit sauberem Grundlagenwissen über Haut und Pigment, und dafür bauen unsere Ausbildungen bewusst aufeinander auf. Wer das Fundament hat, lernt Korrektur schneller und sicherer.
Was mir dabei hilft (und was ich jeder Schülerin mitgebe): Fotografiere Deine eigenen Arbeiten nach sechs Wochen, nach einem Jahr und nach zwei Jahren. Dann weißt Du, wie Deine Farben altern. Dieses Wissen ersetzt kein Kurs.
Und noch eins: Nein sagen ist auch Professionalität. Eine Kundin, die Du ehrlich zur Ärztin schickst, kommt später oft für die Neupigmentierung zurück und empfiehlt Dich weiter.
— Selin Arowolo
Du willst Permanent Make-up von Grund auf richtig lernen, als Basis für spätere Korrekturen? Bei der NINON Kosmetik Akademie in Berlin lernst Du die Theorie online und übst in Präsenz, mit Trainerinnen, die Dich auch bei schwierigen Fragen begleiten. Wir sind AZAV- und TÜV-zertifiziert und zertifizierte Landesschule des Bundesverbands für Kosmetik und Fußpflege e. V. Unsere Abschlüsse werden anerkannt.
Alle Details findest Du auf unserer Seite zur Permanent Make-up Ausbildung. Wenn Du Dein Angebot später um Pigment Remover, Plasma Pen oder Microneedling erweitern willst, schau in unsere Schulungen im Überblick. Fehlen Dir noch Grundlagen zur Haut, ist die Fachkosmetik-Ausbildung ein guter Startpunkt.
Theoretisch kannst Du Farbenlehre natürlich lernen. Praktisch korrigieren solltest Du aber erst, wenn Du die Grundtechniken sicher beherrschst und eigene abgeheilte Arbeiten kennst. Viele spezialisierte Aufbaukurse setzen deshalb Praxiserfahrung voraus.
Das hängt von Stich, Sättigung und Haut ab. Leichte Farbstiche lassen sich manchmal in einer Sitzung ausgleichen, häufiger arbeitest Du aber vorsichtig in zwei Schritten mit Abheilzeit dazwischen. Eine Garantie für ein bestimmtes Ergebnis kannst Du nicht geben, und das gehört ehrlich in die Aufklärung.
Nein. Nach der NiSV ist die Entfernung von Tätowierungen und Permanent Make-up mit Laser oder IPL approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender Fachkunde vorbehalten. Kosmetikerinnen können dafür an Ärztinnen oder Ärzte verweisen.
Wenn die Form grundsätzlich nicht stimmt, das Pigment sehr dicht und dunkel sitzt oder die Haut vernarbt ist. Dann bringt eine Entfernung oder Aufhellung vor der Neupigmentierung meist das bessere Ergebnis. Im Zweifel schickst Du die Kundin zur Dermatologin.

Joachim-Friedrich-Str. 52
10711 Berlin
Anfahrt

Melde dich jetzt zu unserem Newsletter an und erhalte das kostenlose E-Book in einer der ersten E-Mails!

Melde dich jetzt zu unserem Newsletter an und erhalte das kostenlose E-Book in einer der ersten E-Mails!
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von Turnstile laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Mapbox. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von OpenStreetMap. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen