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Hände stellen ein kosmetisches Behandlungsgerät ein
Apparative Verfahren in der Kosmetik: Definition, NiSV und Fachkunde

Apparative Verfahren in der Kosmetik sind alle Behandlungen, bei denen technische Geräte auf die Haut oder den Körper einwirken: Laser, IPL, Radiofrequenz, Ultraschall, EMS, Mikrostrom und Magnetfeldgeräte. Wer solche Anwendungen gewerblich anbietet, braucht nach der NiSV die passende Fachkunde und muss Betreiberpflichten erfüllen. Kein Ermessensspielraum, kein Graubereich.

Kurz zur Abgrenzung: Medizinische Bildgebung wie Röntgen oder MRT fällt nicht darunter. Die Definition apparativer Verfahren im kosmetischen Sinne bezieht sich ausschließlich auf gewerbliche Anwendungen am Menschen zu kosmetischen Zwecken.

Was das konkret bedeutet:

  • Gewerbliche Nutzung eines NiSV-relevanten Geräts löst sofort Anzeigepflicht, Dokumentationspflicht und Fachkundenachweis aus.
  • Die Fachkunde muss vor dem ersten Einsatz des Geräts nachgewiesen sein, nicht danach.
  • Fehlende Unterlagen sind bei Behördenprüfungen das häufigste Problem, nicht fehlende Geräte.

Profi-Tipp: Schreib dir schon beim Gerätekauf auf, welche NiSV-Fachkundegruppe das Gerät betrifft. Wer das erst nach der Lieferung klärt, verliert wertvolle Zeit.


Wer apparative Verfahren gewerblich anbietet, braucht ab dem ersten Geräteeinsatz NiSV-Fachkunde, eine Geräteanzeige innerhalb von 14 Tagen und lückenlose Dokumentation.

ThemaDetails
Definition apparativer VerfahrenKosmetische Behandlungen mit Laser, IPL, RF, Ultraschall, EMS, Mikrostrom oder Magnetfeldgeräten zu gewerblichen Zwecken.
Fachkunde-Module und LEGK 78 LE, OS —, US —, EK —, ES —; Kombination je nach Gerät erforderlich.
Geräteanzeige-FristInnerhalb von 14 Tagen nach Inbetriebnahme bei der zuständigen Behörde anzeigen (gilt seit April 2021).
Ärztlicher VorbehaltAblative Laser, Tattoo-Entfernung, thermische Fettgewebereduktion und weitere Anwendungen sind für Kosmetikerinnen verboten.
Ninon-Kosmetik-AkademieOffiziell zugelassener NiSV-Schulungsanbieter, AZAV/TÜV-zertifiziert, Hybridformat, Förderung möglich.

Inhaltsverzeichnis

Welche Geräte gehören konkret zu apparativen kosmetischen Verfahren?

Die NiSV nennt sieben Geräteklassen, die für kosmetische Anwendungen relevant sind:

  • Laser (z. B. Diodenlaser zur Haarentfernung, Nd:YAG für Gefäßbehandlungen)
  • Intensive Lichtquellen / IPL (Photoepilation, Hautverjüngung)
  • Hochfrequenz / Radiofrequenz (RF) (Hautstraffung, Kollagenstimulation)
  • Ultraschall (Kavitation, Körperformung, Sonophorese)
  • Gleichstrom / Mikrostrom (Iontophorese, Lymphdrainage)
  • Niederfrequenz / EMS (Muskelstimulation, Körperstraffung)
  • Magnetfeldgeräte (PEMF-Anwendungen, Entspannungsbehandlungen)

Typische Anwendungen in der Praxis: dauerhafte Haarentfernung per IPL, Hautstraffung per RF, Kavitation zur Körperformung, EMS-Training, Mikrostrom-Behandlungen im Gesicht sowie Plasma Pen und Microneedling-Kombinationen.

Wichtig: Die Größe oder Mobilität eines Geräts spielt für die Anwendbarkeit der NiSV keine Rolle. Auch ein kleines, mobiles Gerät, das gewerblich eingesetzt wird, ist meldepflichtig und erfordert Fachkunde.

Profi-Tipp: Kombigeräte (z. B. Ultraschall + RF + LED in einem Handstück) erfordern oft mehrere Fachkundemodule. Prüfe das vor dem Kauf, nicht nach der Lieferung.

Laut den Erläuterungen zur NiSV der Region Hannover gelten die Modulzuordnungen GK + OS für Laser/IPL, GK + US für Ultraschall und GK + EK für Hochfrequenzgeräte.


Was regelt die NiSV für Betreiber und Anwenderinnen?

Die Verordnung zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung schützt Kundinnen vor Schäden durch falsch eingesetzte Geräte. Thermische Schäden durch Ultraschall oder Hochfrequenz entstehen nicht durch defekte Geräte, sondern durch falsche Parameter. Genau das soll die Fachkunde verhindern.

Das BfS listet die Betreiberpflichten klar auf:

  • Anzeigepflicht: Neue NiSV-relevante Geräte müssen innerhalb von 14 Tagen nach Inbetriebnahme bei der zuständigen Behörde angezeigt werden (gilt seit April 2021).
  • Dokumentationspflicht: Beratungsgespräche, Risikobelehrungen und Einwilligungen müssen schriftlich festgehalten werden.
  • Geräteakte: CE-Konformitätserklärung, Bedienungsanleitung und Wartungsnachweise müssen vorliegen.
  • Fachkundenachweis: Seit dem 1. Januar 2023 ist der Nachweis der erforderlichen Fachkunde vor dem Geräteeinsatz verpflichtend.

Welche Fachkundemodule brauchst du und wie viele Lehreinheiten?

Die Anlage 3 der NiSV definiert fünf Fachkundemodule mit konkreten Mindest-Lehreinheiten (LE):

Die vier Fachkundegruppen sind: Laser/Intensive Lichtquellen (GK + OS), Ultraschall (GK + US), EMF-Kosmetik/Hochfrequenz (GK + EK) und EMF-Stimulation/Niederfrequenz (GK + ES).

Übersicht der NiSV-Fachkundemodule und der zugehörigen Unterrichtseinheiten

Wer Ultraschall anbietet, braucht also GK plus US, insgesamt mehrere Lehreinheiten. Für Laser oder IPL kommen GK plus OS zusammen, was 195 LE ergibt. Das ist kein Wochenendkurs.

Die Fachkunderichtlinie NiSV beschreibt zudem, dass manche Module ärztliche Aufsicht in der Ausbildung erfordern und konkrete Praxisanteile vorgeschrieben sind. Wer Aktualisierungskurse verpasst, verliert die Fachkunde nach einer festgelegten Frist.


Welche Anwendungen sind auch mit Fachkunde verboten?

Bestimmte Behandlungen bleiben dem ärztlichen Vorbehalt vorbehalten, unabhängig davon, wie viele Module jemand absolviert hat. Die NiSV schließt diese Anwendungen für Kosmetikerinnen aus:

  • Ablative Laser (Abtragung von Hautschichten)
  • Tattoo- und PMU-Entfernung per Laser
  • Behandlung von Gefäßveränderungen (z. B. Besenreiser, Hämangiome)
  • Pigmentkorrektur (Lentigo, Melasma)
  • Thermische Fettgewebereduktion
  • Hochfrequenzanwendungen, die die Hautbarriere verletzen
  • Bestimmte Ultraschallanwendungen mit medizinischer Indikation

Der Grund ist einfach: Bei diesen Anwendungen besteht ein erhöhtes Risiko für Narbenbildung, Infektionen oder Folgeschäden, die medizinisches Fachwissen und ärztliche Haftung erfordern.

Profi-Tipp: Im Zweifel immer beim zuständigen Gesundheitsamt nachfragen oder die Herstellerdokumentation auf die genaue Anwendungsklassifikation prüfen. Ein Anruf kostet nichts, ein Bußgeld schon.


Wie ermittelst du, welche Module dein Gerät erfordert?

  1. Gerätetyp in §2 NiSV prüfen: Fällt das Gerät unter Laser, IPL, Ultraschall, RF, EMS, Mikrostrom oder Magnetfeld?
  2. Hersteller- und CE-Dokumentation lesen: Welche Wellenlängen, Frequenzen oder Intensitäten gibt der Hersteller an? Diese Angaben bestimmen die Geräteklasse.
  3. Anlage 3 NiSV (Teile A bis F) zur Modulzuordnung heranziehen: Dort steht, welches Modul für welche Geräteklasse gilt.
  4. Bei Kombigeräten mehrere Module einplanen: Ein Gerät mit RF und Ultraschall braucht GK + US + EK.
  5. Bei Unklarheit Behörde oder zugelassenen Schulungsanbieter fragen: Lieber einmal zu viel nachfragen als ein Modul zu wenig buchen.

Typische Stolperfalle: Hersteller nennen ihr Gerät manchmal „Kavitationsgerät“ oder „Ultraschall-Lifting“, obwohl die NiSV-Terminologie „Ultraschall“ lautet. Begriffe abgleichen, nicht blind vertrauen.

Profi-Tipp: Wähle Schulungen, die Kombigeräte explizit behandeln oder mehrere Module bündeln. Das spart Zeit und deckt Grenzfälle wie Ultraschall plus RF in einem Kurs ab.


Compliance-Checkliste: Was du im Studio wirklich brauchst

Vor dem ersten Geräteeinsatz:

  • Gerät innerhalb von 14 Tagen nach Inbetriebnahme bei der zuständigen Behörde anzeigen
  • CE-Konformitätserklärung und Bedienungsanleitung in der Geräteakte ablegen
  • Fachkundenachweis für alle eingesetzten Gerätetypen vorliegen haben
  • Haftpflichtversicherung auf apparative Verfahren prüfen und ggf. erweitern

Im laufenden Betrieb:

  1. Aufklärungsgespräch vor jeder Behandlung führen und mit Kundenunterschrift dokumentieren
  2. Schriftliche Einwilligung und Risikobelehrung in der Kundenakte ablegen
  3. Wartungslog für jedes Gerät führen (Datum, Maßnahme, Techniker)
  4. SOPs (Standardarbeitsanweisungen) für jede Behandlungsart schriftlich festhalten
  5. Schulungsnachweise aller Mitarbeiterinnen in der Personalakte aufbewahren
  6. Fehlerprotokoll und Malfunction-Report bei Geräteproblemen anlegen

Behörden prüfen bei Kontrollen typischerweise: Meldebestätigung, Schulungsnachweise, Aufklärungsbögen mit Unterschrift, Wartungsprotokolle und SOPs. Wer diese Unterlagen griffbereit hat, besteht eine Prüfung in der Regel problemlos.

Profi-Tipp: Lege für jedes Gerät eine eigene Mappe an: CE-Dokument, Bedienungsanleitung, Wartungslog, Meldebestätigung. Fünf Minuten Aufwand beim Kauf sparen Stunden bei der nächsten Kontrolle.


Wie erwirbst du die NiSV-Fachkunde praktisch?

Kurse sind typischerweise hybrid aufgebaut: Online-Theorie plus Präsenzpraxis. Das Grundlagenmodul GK (78 LE) bildet die Basis für alle Fachkundegruppen. Die technologiespezifischen Module (OS, US, EK, ES) kommen je nach Gerät dazu.

Zeitrahmen grob einschätzen:

  • GK + US (Ultraschall): ca. 116 LE, bei Hybridformat oft 4–6 Wochen
  • GK + OS (Laser/IPL): ca. 195 LE, oft 8–12 Wochen
  • GK + EK (Radiofrequenz): ca. 116 LE, ähnlich wie Ultraschall

Wer bereits einen Meistertitel oder nachgewiesene Berufserfahrung hat, kann laut Handwerkskammer Halle vom GK befreit werden. Die fachspezifischen Module (US, EK, OS) bleiben aber in jedem Fall verpflichtend.

Förderungsmöglichkeiten:

  • AZAV-zertifizierte Anbieter ermöglichen den Einsatz von Bildungsgutscheinen der Agentur für Arbeit
  • Weiterbildungsstipendien und Länderprogramme können je nach Bundesland greifen
  • Informationen zu Fördermöglichkeiten lohnen sich vor der Buchung zu prüfen

Ninon-Kosmetik-Akademie ist offiziell zugelassener NiSV-Schulungsanbieter, AZAV- und TÜV-zertifiziert. Die NiSV-Fachkundeschulung ist hybrid organisiert: Theorie online, Praxis in Berlin. Anmeldung und Ablauf sind auf der Schulungsseite beschrieben.


Häufige Fehler, die bei Behördenprüfungen auffallen

Die häufigsten Beanstandungen sind keine Raketenwissenschaft. Sie entstehen aus Nachlässigkeit oder dem Irrtum, dass kleine Geräte ausgenommen seien.

  • Gerät nicht innerhalb von 14 Tagen angezeigt
  • Fehlende oder unvollständige Aufklärungsbögen ohne Kundenunterschrift
  • Kein Wartungslog vorhanden
  • Schulungsnachweise nicht in der Personalakte
  • Annahme, dass mobile oder günstige Geräte nicht unter die NiSV fallen

Behörden prüfen zunehmend die Qualität der Dokumentation. Eine saubere Geräteakte und vollständige Aufklärungsbögen erhöhen die Compliance-Sicherheit mehr als alleinige Kursteilnahme. (BfS)

Wer Fehler entdeckt, sollte sofort handeln: Gerät nachmelden (Behörden reagieren in der Regel kulant bei freiwilliger Nachmeldung), Aufklärungsbögen nacherstellen und ab sofort konsequent einsetzen, Geräteakte anlegen. Praktische Hinweise zur Fehlervermeidung helfen dabei, die häufigsten Lücken schnell zu schließen.

Profi-Tipp: Mach einmal im Jahr einen internen Audit: Geräteakten, Schulungsnachweise, Wartungslogs. Wer das selbst prüft, bevor die Behörde kommt, schläft ruhiger.


Fachkunde ist kein Papierkram, sondern Schutz

Ich führe unseren Familienbetrieb seit 30 Jahren. Als die NiSV 2021 in Kraft trat, haben wir alle Geräte sofort gemeldet und die Fachkunde-Schulungen für unser Team gebucht. Nicht weil wir Angst vor Bußgeldern hatten, sondern weil wir wussten: Wer Ultraschall oder RF ohne Fachkunde einsetzt, riskiert thermische Schäden, die er nicht erkennt.

Hände zeigen, wie die Einstellungen am Ultraschallgerät vorgenommen werden.
KI generiert

Ein konkretes Beispiel aus unserer Praxis: Eine neue Mitarbeiterin hat beim Ultraschall-Gerät die Intensität falsch eingestellt, weil sie die Bedeutung des BNR-Werts (Beam Non-Uniformity Ratio) nicht kannte. Das ist ein Parameter, den die Fachkunderichtlinie NiSV explizit als Lerninhalt vorschreibt. Wir haben danach unsere SOPs überarbeitet und einen Pflicht-Checkpunkt vor jeder Ultraschall-Behandlung eingeführt. Kein Drama, aber eine klare Lektion.

Mein Rat: Betrachte die Fachkunde nicht als Hürde, sondern als Investition in deine Rechtssicherheit und die Sicherheit deiner Kundinnen. Wer gut dokumentiert und gut ausgebildet ist, kann auch bei einer Behördenkontrolle entspannt bleiben.


Ninon-Kosmetik-Akademie: Dein Weg zur NiSV-Fachkunde

Wer die NiSV-Fachkunde rechtssicher und ohne Umwege erwerben will, findet bei Ninon-Kosmetik-Akademie ein konkretes Angebot: staatlich zugelassene NiSV-Schulungen, AZAV- und TÜV-zertifiziert, hybrid organisiert mit Online-Theorie und Präsenzpraxis in Berlin.

Ninon-Kosmetik-Akademie

Die Module können einzeln oder kombiniert gebucht werden, was besonders für Betreiber mit Kombigeräten praktisch ist. AZAV-Zertifizierung bedeutet: Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit sind unter Umständen einsetzbar. Alle Details zu Terminen, Inhalten und Fördermöglichkeiten findest du direkt auf der Akademieseite. Melde dich jetzt für die NiSV-Fachkundeschulung an und starte rechtssicher in die apparative Kosmetik.


Quellen


Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ersetzt nicht die Beratung durch einen qualifizierten Anwalt. Wenden Sie sich an eine qualifizierte Rechtsfachperson zu Ihrer persönlichen Lage, bevor Sie auf Grundlage dieses Inhalts handeln.

Empfehlungen

Was bedeutet „apparative Verfahren“ in der Kosmetik genau?

Apparative Verfahren sind kosmetische Behandlungen, bei denen technische Geräte auf Haut oder Körper einwirken, zum Beispiel Laser, IPL, Radiofrequenz, Ultraschall oder EMS. Wer solche Verfahren gewerblich anwendet, unterliegt der NiSV.

Ab wann brauche ich die NiSV-Fachkunde?

Der Fachkundenachweis ist seit dem 1. Januar 2023 verpflichtend und muss vor dem ersten Geräteeinsatz vorliegen. Die Geräteanzeige bei der Behörde muss innerhalb von 14 Tagen nach Inbetriebnahme erfolgen.

Welche Fachkundemodule brauche ich für ein Ultraschallgerät?

Darf ich als Kosmetikerin Tattoos per Laser entfernen?

Nein. Tattoo- und PMU-Entfernung per Laser ist dem ärztlichen Vorbehalt vorbehalten und für Kosmetikerinnen auch mit NiSV-Fachkunde nicht erlaubt.

Wo kann ich die NiSV-Fachkunde in Deutschland erwerben?

Ninon-Kosmetik-Akademie ist offiziell zugelassener NiSV-Schulungsanbieter mit AZAV- und TÜV-Zertifizierung. Die Kurse sind hybrid organisiert und können unter Umständen mit Bildungsgutscheinen gefördert werden.

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