Kalkulieren, listen, veröffentlichen. In dieser Reihenfolge, nicht anders. Wer eine Preisliste fürs Kosmetikstudio erstellen will, rechnet zuerst die eigenen Kosten durch, trägt die Zahlen in eine übersichtliche Struktur ein und macht sie dort sichtbar, wo es die Preisangabenverordnung verlangt. Mehr braucht es nicht für die erste Version. Mit einem klaren Kopf und einer Tasse Kaffee schafft man das in gut 90 Minuten.
Kurz gesagt:
Die Preise im Studio, auf der Website und im Buchungssystem müssen stets übereinstimmen, um Abmahnungen wegen irreführender Preisangaben zu vermeiden.
Endpreise inklusive Mehrwertsteuer sind verpflichtend, eine separate Nettopreise-Angabe mit Sternchen ist unzulässig.
Die Preisliste sollte mindestens Leistungsname, Behandlungsdauer und Bruttopreis enthalten, mit optionalen Zusatzkosten oder Paketangeboten.
Für eine solide Kalkulation sollte der Stundenpreis auf realistischen Auslastungswerten von 60 bis 70 Prozent basieren, um wirtschaftlich zu bleiben.
Regelmäßige Kontrolle aller Preisquellen, etwa alle drei Monate, verhindert unabsichtliche Diskrepanzen zwischen offline und online.
Preislisten für Kosmetikstudio erstellen: Welche Vorlage passt zu Dir?
Aushang, Flyer, PDF zum Download, Tabelle auf der Website. Vier Formate, vier Zwecke. Der Aushang im Studio (A4, laminiert, gut lesbar von der Anmeldung aus) ist Pflicht, sobald Kundschaft vor Ort bedient wird. Der Flyer eignet sich für Neukunden zum Mitnehmen, verstaubt aber schnell, wenn sich Preise ändern. Ein PDF zum Download ist flexibel, wird aber gern vergessen zu aktualisieren. Die Website-Tabelle ist am pflegeleichtesten, weil sie sich in Minuten anpassen lässt.
KI generiert
Design-Regeln sind simpel, werden aber ständig ignoriert: Schriftgröße mindestens 12 Punkt, Preis immer rechtsbündig und fett, Behandlungsdauer direkt neben dem Namen der Leistung, nicht irgendwo im Kleingedruckten. Kontrast zählt mehr als Kreativität. Schwarz auf Weiß liest sich schneller als Gold auf Rosé, auch wenn Letzteres hübscher aussieht.
Vorlagenplattformen wie Venngage liefern fertige Layouts für Beauty-Preislisten, die sich mit wenig Aufwand anpassen lassen. Wer es nüchterner mag, baut sich die Liste in einer einfachen Excel- oder CSV-Tabelle und exportiert sie als PDF. Das sieht nicht spektakulär aus, ist aber wartungsfreundlich.
Aushang (A4): Pflicht, sichtbar am Ort der Leistungserbringung
Flyer: gut für Neukunden, pflegeintensiv
PDF-Download: flexibel, wird oft vergessen
Website-Tabelle: am einfachsten aktuell zu halten
Profi-Tipp:Baue eine Basisvorlage in Excel und leite daraus PDF, Aushang und Website-Tabelle ab. Eine Quelle, drei Ausgaben, keine Widersprüche.
Was schreibt die Preisangabenverordnung für Kosmetikstudios vor?
Die PAngV ist keine Empfehlung, sondern Gesetz. Wer Leistungen an Endverbraucher anbietet, muss laut PAngV §12 ein Preisverzeichnis am Ort des Angebots und im Internet gut sichtbar bereithalten. Und zwar mit Endpreisen, also inklusive Mehrwertsteuer, nicht als Nettobetrag mit kleinem Sternchen.
Das IHK-Merkblatt zur Preisauszeichnung konkretisiert das für die Praxis: Musterpreisverzeichnisse sind erlaubt, solange sie vollständig und gut lesbar sind. Auf jeder Preisliste sollte deshalb stehen: „Alle Preise inkl. MwSt.“ Wer das weglässt, riskiert eine Abmahnung, und die kostet meist mehr als die Preisliste selbst.
Zahlen, die zählen: Verstöße gegen die Auszeichnungspflicht nach PAngV §12 können abgemahnt werden. Ein sauberes Preisverzeichnis kostet nichts, eine Abmahnung schon.
Preisverzeichnis muss am Ort der Leistung sichtbar sein
Endpreise inklusive Steuern angeben, keine Nettopreise
Online-Preisliste muss mit der im Studio übereinstimmen
Formulierung „Preise inkl. MwSt.“ auf jeder Version notieren
Inkonsistente Preise zwischen Website und Studio sind der häufigste Fehler, den ich in 30 Jahren gesehen habe. Kundin sieht online 45 €, an der Rezeption stehen 52 €. Das wirkt nicht wie ein Versehen, sondern wie Trickserei, selbst wenn es keine war.
Wie kalkuliert man Preise für Kosmetikbehandlungen richtig?
Preiskalkulation im Kosmetikstudio ist keine Bauchentscheidung, sie ist Mathematik und lässt sich in fünf Schritten durchrechnen, ganz ähnlich wie es Treatflow in seinem Kalkationsleitfaden beschreibt.
Fixkosten und Wunschgehalt addieren. Miete, Versicherung, Geräteleasing, Software, plus das Gehalt, das Du Dir selbst zahlen willst. Ergebnis: Dein Jahreszielumsatz.
Produktive Tage und Auslastung bestimmen. Urlaub, Krankheit, Fortbildung abziehen. Eine realistische Auslastung liegt oft bei einem Teil der theoretisch verfügbaren Zeit, nicht bei 100 Prozent.
Minuten- oder Stundenpreis ableiten. Jahreszielumsatz durch die tatsächlich verkaufbaren Minuten teilen.
Materialkosten pro Leistung separat ausweisen. Nicht pauschal in die Gemeinkosten werfen, sondern je Behandlung berechnen.
Marge aufschlagen. Der Dienstleistungsrechner empfiehlt hier einen Gewinnaufschlag von mindestens 10 Prozent als Orientierung.
Ein Rechenbeispiel macht das greifbar. Angenommen, Dein Jahreszielumsatz liegt bei 48.000 €, und Du kannst realistisch 1.200 produktive Stunden im Jahr verkaufen. Das ergibt 40 € pro Stunde, also 0,67 € pro Minute, noch ohne Material und Marge.
Profi-Tipp:Rechne Ausfalltage und Puffer immer mit ein, nicht nur die reine Behandlungszeit. Wer nur die Arbeitsminuten kalkuliert, arbeitet am Ende des Jahres für sich selbst umsonst.
Aufbau der Preisliste: Was gehört wirklich hinein?
Eine Preisliste braucht nicht viel Schnickschnack. Fünf Felder reichen für die Pflichtangaben: Leistungsname, Dauer, Bruttopreis, Zusatzkosten (falls Material extra berechnet wird) und Kategorie (Gesicht, Körper, Wimpern, apparative Behandlungen).
Optional lohnt sich eine Staffelung in Basic, Standard und Premium. Das gibt Kundinnen eine Orientierung und erhöht oft den durchschnittlichen Bon, weil viele die mittlere Option wählen. Paketpreise für mehrere Termine (etwa fünf Behandlungen zum Preis von viereinhalb) gehören ebenfalls in diese Kategorie, genauso wie ein kurzer Verweis auf die AGB.
Pflicht: Leistungsname, Dauer, Bruttopreis
Empfohlen: Materialkosten oder Zusatzkosten separat ausweisen
Wer apparative Behandlungen wie Radiofrequenz oder Microneedling anbietet, sollte zusätzlich prüfen, ob die dafür nötige NiSV-Fachkunde vorliegt. Ohne die passende Qualifikation darf die Leistung gar nicht erst auf der Preisliste stehen.
Wo müssen Preise sichtbar sein: Studio, Website, Buchungssystem?
Die PAngV verlangt Sichtbarkeit an zwei Orten: im Studio selbst, meist am Empfang oder Schaufenster, und im Internet, sofern online geworben wird. Beide Versionen müssen deckungsgleich sein. Eine Preisliste, die online günstiger wirkt als vor Ort, sorgt für Ärger, den niemand braucht.
Aushang im Studio: gut sichtbar, nicht hinter der Kasse versteckt
Website: identische Preise wie im Studio, keine „ab“-Preise ohne Erklärung
Buchungssystem: synchron mit Website und Aushang halten, am besten automatisch
Ein statisches PDF wirkt professionell, muss aber händisch aktualisiert werden. Eine dynamische Website-Tabelle ist pflegeleichter, verlangt aber, dass jemand sie tatsächlich pflegt.
Profi-Tipp:Setze einen festen Termin, etwa jeden ersten Montag im Quartal, um alle drei Preisquellen abzugleichen. Sonst schleicht sich die Lücke zwischen Website und Aushang irgendwann doch wieder ein.
Was verraten 30 Jahre Studioerfahrung über Preisfehler?
Der größte Fehler: Materialkosten pauschal schätzen, statt sie je Behandlung nachzurechnen. Der zweite: Auslastung zu optimistisch ansetzen, als würde jede Stunde verkauft. Realistisch sind, wie auch Kalkulationsexperten aus der Beauty-Branche bestätigen, eher 60 bis 70 Prozent.
Als Benchmark hilft die Beobachtung, dass oft drei Kernleistungen rund die Hälfte des Umsatzes bringen. Genau diese drei verdienen die genaueste Kalkulation, nicht die Randleistungen.
Frag Dich bei jeder Position: Wie oft wird diese Leistung tatsächlich gebucht, und welche Marge bleibt in der Stunde X wirklich übrig? Wer diese zwei Fragen ehrlich beantwortet, korrigiert meist mindestens einen Preis nach oben.
Materialkosten leistungsspezifisch rechnen, nicht pauschal
Auslastung realistisch bei 60 bis 70 Prozent ansetzen
Top-3-Leistungen priorisiert kalkulieren und regelmäßig prüfen
Eine ehrliche Anmerkung aus dem Familienbetrieb
Wir haben vor Jahren die Gesichtsbehandlung um drei Euro erhöht, aus schlechtem Gewissen fast wieder zurückgenommen. Ist nicht passiert. Die Buchungen blieben stabil, die Marge stieg. Mein Tipp bleibt der 90-Minuten-Sprint: Kalkulation, Liste, Aushang, fertig. Beobachte das Ergebnis über acht Wochen, bevor Du wieder zweifelst.
— Selin Arowolo
Vertiefung gewünscht? Das NINON Business-Training hilft weiter
Eine Preisliste steht schnell, doch die Fragen dahinter (Wie viel Marge braucht mein Studio wirklich? Wie verkaufe ich Premium-Pakete, ohne aufdringlich zu wirken?) lassen sich in 90 Minuten nicht immer klären. Genau dafür gibt es das Business-Training bei Ninon-Kosmetik-Akademie.
Das Training deckt Kalkulation, rechtliche Grundlagen und Verkaufspsychologie in einem Workshop-Format ab, praxisnah statt theoretisch. Es richtet sich an Selbstständige, Neueinsteigerinnen und Studioleiterinnen, die ihre Preisliste nicht nur rechtssicher, sondern auch verkaufsstark aufstellen wollen. Wer sich unsicher ist, ob eine zertifizierte Weiterbildung oder eher der eigenständige Weg passt, findet dazu einen Vergleich zwischen Kosmetikschule und Selbststudium. Schau Dir die Termine an und sichere Dir einen Platz im nächsten Kurs.
Kalkuliere zuerst Deinen Minutenpreis anhand von Fixkosten und Auslastung, trage die Ergebnisse in eine Vorlage ein (Excel, PDF oder Website-Tabelle) und veröffentliche sie sichtbar im Studio und online, wie es die PAngV vorschreibt.
Was gehört alles auf eine Preisliste?
Mindestens Leistungsname, Behandlungsdauer und Bruttopreis inklusive Mehrwertsteuer. Zusatzkosten für Material, Kategorien und optionale Paketpreise machen die Liste vollständiger und verständlicher.
Welche Beispiele gibt es für Preislisten?
Gängig sind der Aushang im Studio (A4), ein Flyer für Neukunden, ein PDF zum Download und eine Tabelle auf der Website, wobei alle Versionen dieselben Preise zeigen müssen.
Wo kann ich kostenlos eine Preisliste erstellen?
Vorlagenplattformen wie Venngage bieten kostenlose Grundvorlagen an. Wer lieber selbst rechnet, nutzt eine einfache Excel-Tabelle oder den Dienstleistungsrechner zur Kalkulation der Grundpreise.
Muss ich als Kosmetikstudio meine Preise überall gleich angeben?
Ja.
Wir sind für Dich da
Kostenlose und unverbindliche Beratung. Wir freuen uns auf Deine Fragen!
Mo - Fr: 9 - 18 Uhr
(Terminvereinbarung erforderlich)
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Mapbox. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von OpenStreetMap. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.