Du willst als Kosmetikerinnen noch mehr Kundinnen gewinnen? Dann kommst Du um gezieltes Marketing nicht drumherum. In diesem Artikel widmen wir uns den Vorher-Nachher-Fotos als Marketing-Tool. Authentische Fotos haben einen besonders emotionalen und vertrauensbildenden Effekt auf potenzielle Kundinnen. Zudem können sie vielfältig eingesetzt werden: auf der Website, in Social Media Posts oder bei Google My Business. Alles, was Du als Kosmetikerin dazu wissen solltest, erklären wir Dir in diesem Artikel.
Rechtliche Grundlagen für Vorher-Nachher-Fotos
Einfach die Kundin vor und nach der Behandlung fotografieren und die Bilder verwenden? So einfach geht es leider nicht. Jeder darf selbst entscheiden, ob und wie er in der Öffentlichkeit zu sehen ist. Das Recht am eigenen Bild ist ein Teil des Persönlichkeitsrechts und besagt, dass Fotos nur mit ausdrücklicher Zustimmung der fotografierten Person veröffentlicht werden dürfen. Ohne Einwilligung drohen rechtliche Konsequenzen – selbst bei harmlosen Vorher-Nachher-Bildern. Einmal kurz mündlich zu fragen, ob die Kundin zustimmt, reicht nicht aus. Besser ist es, sich eine schriftliche Einverständniserklärung der Kundin geben zu lassen. Dabei darfst Du nur die Bildausschnitte zeigen, denen die Kundin ausdrücklich zugestimmt hat, wie nur das Gesicht, bestimmte Hautpartien oder anonymisierte Aufnahmen – alles andere ist tabu. Nur einen Teil des Gesichts zu zeigen, mit dem die Kundin nicht identifiziert werden kann, ist übrigens ein guter Tipp, wenn eine Kundin zögerlich ist. Als letzte Alternative kannst Du Freundinnen bitten, sich für Vorher-Nachher-Fotos zur Verfügung zu stellen – die Behandlung sollte es dann vielleicht gratis geben.
Technische Basics: So gelingen verkaufsstarke Fotos
Um authentische und gleichzeitig verkaufsstarke Fotos zu machen, solltest Du einige Basics beachten:
Smartphone-Kameras sind heute oft schon so ausgereift, dass Du Deine Vorher-Nachher-Bilder auch mit einem aktuellen Handy machen kannst. Gerade in den Social Media sind die Nutzer an Handyfotos gewöhnt. Statt sich mit teurer Kameratechnik rumzuschlagen, nutze also ruhig ganz entspannt Dein Smartphone.
Damit die Fotos gelingen, ist gutes Licht entscheidend. Ideal ist Tageslicht, weil die Farben dadurch besonders natürlich erscheinen. Aber auch gleichmäßiges, weiches Kunstlicht sorgt für eine attraktive Atmosphäre auf den Fotos.
Der Hintergrund spielt bei Vorher-Nachher-Aufnahmen eine besonders wichtige Rolle. Er sollte möglichst neutral sein, um den Blick nicht abzulenken. Schließlich soll der Vorher-Nachher-Effekt im Mittelpunkt stehen.
Zudem ist eine konstante Perspektive bei beiden Aufnahmen von großer Bedeutung, damit das Ergebnis realistisch und vergleichbar wirkt. Deshalb überlege vorher genau, wie Du die Kundin in Szene setzen willst.
Auf Filter sollte unbedingt verzichtet werden. Manipulationen sehen viele Frauen auf den ersten Blick und wirkt wenig vertrauenserweckend. Stattdessen solltest Du lieber auf eine saubere, ehrliche Darstellung achten. Kleine Makel wirken eher authentisch als abschreckend.
Unsere Foto-Tipps für Vorher-Nachher-Bilder im Überblick
- Nutze eine aktuelle Smartphone-Kamera – das ist völlig ausreichend.
- Setze auf natürliches Tageslicht oder weiches Kunstlicht für realistische Farben.
- Wähle einen neutralen, ruhigen Hintergrund, der nicht vom Ergebnis ablenkt.
- Achte auf eine konstante Perspektive bei dem Vorher- und Nachher-Bild.
- Überlege Dir vorher die beste Position und Ausrichtung der Kundin.
- Verzichte auf Filter, denn sie wirken oft unehrlich und schmälern das Vertrauen.
- Zeige echte Ergebnisse, da kleine Makel Fotos glaubwürdig und sympathisch machen.
Wie Vorher-Nachher-Fotos noch gezielter wirken
Authentizität statt Perfektion: Hier wollen wir den letzten Punkt noch einmal aufgreifen. Echte Ergebnisse auf authentischen Fotos zu präsentieren, ist deutlich besser als extrem inszenierte Bilder, die mit KI oder Filtern perfektioniert wurden. Viele Kundinnen erkennen bearbeitete Fotos auf den ersten Blick und fühlen sich dann schnell hinters Licht geführt. Bei Vorher-Nachher-Bildern geht es in erster Linie darum, Vertrauen aufzubauen, was mit manipulierten Fotos nicht gelingen wird. Und selbst wenn sich eine Kundin von einem aufpolierten Foto blenden lässt, werden ihre Erwartungen an die Behandlung letztendlich enttäuscht. Das wird Dir als Kosmetikerin mehr schaden als nutzen. Die beste Werbung machen immer noch zufriedene Kundinnen, die mit Deiner Behandlung zufrieden sind und Dich weiterempfehlen.
Storytelling mit Bildern: Besonders authentisch wirken Vorher-Nachher-Bilder, wenn Du mit ihnen eine persönliche Mini-Story erzählst. Dazu kannst Du beispielsweise drei Fotos nutzen. Das erste Bild zeigt das individuelle Problem, das zweite Foto die professionelle Behandlung und das dritte Foto das tolle Ergebnis. Mit ein paar passenden Bildunterschriften versehen, hauchst Du der Story richtiges Leben ein.
Optimierung für Social Media und Website: Damit Deine Vorher-Nachher-Fotos online die volle Wirkung entfalten, solltest Du sie professionell aufbereiten. Wichtig sind passende Formate und Bildgrößen – quadratische Bilder funktionieren auf Instagram besonders gut, während für Websites Querformate deutlich besser sind. Je nach Einsatzbereich kannst Du auch super Collagen erstellen, um die ganze Bandbreite Deiner Behandlungen zu zeigen. Alt-Tags, sprechende Dateinamen – z. B. mikrodermabrasion-vorher-nachher.jpg – und ein beschreibender Text auf der Website sorgen zusätzlich für mehr Sichtbarkeit in den Suchmaschinen. Auch KI kann Dich unterstützen, etwa beim Erstellen automatischer Bildbeschreibungen oder von passenden Hashtags. Aber lass besser die Finger von Bildbearbeitung durch KI, weil das schnell unecht wirken kann.
Welche Behandlungen sich für Vorher-Nachher-Fotos eignen
Nicht jede kosmetische Behandlung eignet für Vorher-Nachher-Fotos. Besonders wirkungsvoll sind natürlich Beauty-Treatments, bei denen der Effekt sofort zu sehen ist. Besonders Wimpernverlängerungen und Permanent Make-up liefern unmittelbar sichtbare Ergebnisse. Empfehlenswert sind auch Hautbehandlungen wie Mikrodermabrasion, Fruchtsäurepeelings, Microneedling oder HydraFacials – hierbei lassen sich Hautbild, Glow oder Porenverfeinerung direkt nach der Behandlung relativ gut zeigen. Der Effekt sollte allerdings wirklich sichtbar sein und der Unterschied klar erkennbar. So erweckst Du ein realistisches Interesse und schürst keine falschen Erwartungen.
Extratipp: Neue Behandlungsmethoden für Marketing-Fotos nutzen
Behandlungsmethoden, die Du neu in das Angebot Deines Kosmetikstudios aufgenommen hast, können besonders gut fürs Marketing genutzt werden. Nehmen wir mal, dass Du die Schulung „Nadelloses Fadenlifting“ oder „Pigment Remover“ bei der NINON Akademie besucht hast. Darunter können sich viele Kundinnen gar nichts vorstellen. Hier bietet es sich an, die Behandlungsschritte zu zeigen, um potenzielle Kundinnen neugierig zu machen. Wer solche Behandlungen professionell präsentiert, hat nicht nur mehr Futter fürs Marketing, sondern holt aus jeder Schulung das Maximum für den eigenen Erfolg heraus.